Paris Haute Couture Schauen Herbst/Winter 2016/2017: Dior, Jean Paul Gaultier & Armani Privé

 Haute Couture ist die hohe Kunst des Schneiderns – eine Kunst, die nicht mehr viele Design Häuser beherrschen und vor allem sich leisten können. 27 Designer haben im Rahmen der Haute Couture Schauen in Paris ihre exklusiven Entwürfe präsentiert. Darunter: Chanel, Dior, Valentino, Armani, Giambatista Valli und Jean Paul Gaultier.

Die „Chambre Syndicale de la Couture Française“ entscheidet einmal im Jahr welcher Modedesigner zur Haute Couture gehören darf. Die Vorgaben dafür sind, dass die Designer 25 Schneider beschäftigen und zwei mal pro Jahr eine Kollektion mit mindestens 35 Teilen vorstellen, die neben Konfektionskleidung auch maßgeschneiderte Kreationen enthält. Das italienische Pendant zur französischen Haute Couture ist übrigens die Alta Moda.

Haute-Couture-Kollektionen sind anders als die Prêt-à-porter-Mode nahezu unerschwinglich und daher nur einem erlesenen Käuferinnenkreis zugänglich. Es wird angenommen, dass es nur 400 Frauen weltweit gibt, die Haute Couture tragen und sich damit auch leisten können. Besonders im Nahen Osten, Asien und Nordamerika leben viele Couture-Anhängerinnen.

Christian Dior
Die Designer Lucie Meier und Serge Ruffieux haben das kreative Ruder bei Christian Dior übernommen und zeichnen sich damit auch verantwortlich für die aktuelle Haute-Couture-Kollektion. Die Schau fand in den Couture-Salons Diors in der Avenue Montaigne statt. Zu sehen gab es viel Schwarz und sehr relaxt. Die Kollektion zeigte sich zeitgemäß und weniger konstruiert und feminin.
Die Dior Silhouetten sind klassisch gehalten und viel schlichter und unaufgeregter als wir es von Dior gewohnt sind. Dennoch ist der Glamour-Faktor von Christian Dior deutlich spürbar. Zu sehen bekamen wir T-Shirts, mädchenhafte Kleider und flache Sandalen.

Jean Paul Gaultier
Jean Paul Gaultier hat sich dazu entschieden nur noch Haute Couture zu designen und hat sich damit von der “normalen” Mode abgewendet. Magie und Fantasie steht für ihn im Zentrum und das zeigte sich auch in seiner aktuellen Haute-Couture-Präsentation mit dieser er die Zuschauer in einen märchenhaften Wald entführt. Die Models liefen als Kriegerinnen, Highland-Königinnen und als Eisköniginnen über den Laufsteg. Zu sehen gab es folkloristische Details und dazu gab es den Song “Knock on Wood” von Amy Stewart auf die Ohren.

Armani Privé
Das Motto der Haute Couture Kollektion von Armani Privé lautete: “Exklusive Eleganz”. Und so zeigte Armani eine Kollektion, die sachlich und glamourös zugleich war: Gemusterte Hosenanzüge, enge Kleider zu Beginn und glitzernde Samt Abendkleidern bekamen die Haute Couture Liebhaber zum Ende der Schau zu sehen. Mit einem asymmetrisches Kleid mit extravaganter Schulter-Applikation setzt Armani gekonnt “Kontraste” zwischen maskulinen Details und aufwendigen Bestickungen. Besonders die Samtkleider erinnerten uns an die 30er Jahre. Dazu gesellten sich 70er Jahre Elemente genau wie 80er Jahre Details, die Armani aufgriff.

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