Katell Gélébart designt Öko Mode

Die Französin und Öko-Designerin Katell Gélébart wurde am 4. März 2012 im Hamburger Schauspielhaus mit dem 75.000 Euro dotierten Kairos-Preis geehrt. Die 39-Jährige wurde damit als kreative Visionärin gewürdigt. Sie hat es sich vor mehr als 10 Jahren zur Aufgabe gemacht, Kleidung, Taschen, Lampen, Möbel und andere Objekte aus gebrauchten Materialien zu fertigen.

Mit dieser Botschaft reist sie um die Welt und engagiert sich für die Umwelt. Sie zeigt Studenten aus aller Welt wie aus Müll Mode wird. “Schon als Kind habe ich aus Stoffresten und Pappkartons Kleider für den Teddy und Möbel für die Puppen gebastelt”, sagte die studierte Künstlerin der dpa.

Studiert hat sie in Paris Kunstgeschichte und die dänische Sprache. Bereits während ihres Studiums engagierte sie sich als Umweltaktivistin bei verschiedenen Organisationen wie Robin Hood oder Greenpeace. Auch die Anti-Atomkraftprotesten in Gorleben verfolgt sie und ist stets vor Ort.

Den ersten Shop für Recycling-Mode eröffnete sie 1998 in Amsterdam, den es allerdings nicht mehr gibt. Heute kreiert sie unter dem Namen “Art d’eco” zusammen mit zwei Mitarbeitern Kleidung, Taschen, Lampen, Möbel und andere Objekte aus Fabrikabfällen und Stoffresten.

Wer ihre Werke bewundern will, kann ab heute bis zum 6. Mai 2012 das Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg besuchen. Ihr erstes recyceltes Kleidungsstück hat sie aus deutschen und französischen Postsäcken gefertigt. Außerdem designt sie Jacken aus Restposten der Armee und Mäntel aus gelber Alufolie. Sie will damit Müll reduzieren und die Menschen zu einem bewussten und schonenden Umgang mit Material bewegen. Wiederverwertbaren Lösungen für Müll zu finden ist ihr Credo, denn nur so kann ihrer Meinung nach das Müllproblem effektiv gelöst werden.

Bei un in Deutschland kann man die fantasievollen Arbeiten von Katell Gélébart bisher noch nicht kaufen. Aber sie ist auf der Suche nach einem deutschen Agenten, der sich um den Vertrieb ihrer Öko-Mode kümmert.

Übrigens: Mit dem Preisgeld aus ihrer Auszeichnung will die Künstlerin ein komplettes Haus aus recycelten Materialien entwickeln. Sie will Schulen, Organisationen oder Architekten zusammenbringen dabei mitzuhelfen.

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